Märkische Oderzeitung 7.3.2015

Seit dem 1. März ist in Angermünde ein neuer Pflegedienst am Start. Für zwei junge Menschen erfüllt sich damit ein Berufstraum. Robert Zeisler und Andrea Rohloff, beide 29 Jahre jung, sind die Gesichter der Gesellschaft für Gesundheit und Pflege, kurz GfG Pflege, mit Sitz in der Schwedter Straße 4. Der Geschäftsführer und die Pflegedienstleiterin haben ehrgeizige Ansprüche an ihre Arbeit und wollen Rundum-Dienstleistungen für alte Menschen und auch für jüngere behinderte oder kranke Leute bzw. für pflegebedürftige Kinder anbieten, von der häuslichen Krankenpflege bis zur Haushaltshilfe. „Das neue Pflegestärkungsgesetz ermöglicht ja ein breiteres Leistungsspektrum in der Pflege, die man nun besser und individueller auf die Bedürfnisse der Betroffenen ausrichten kann“, erklärt Robert Zeisler. Der studierte Volljurist hat persönliche Erfahrungen mit der Pflege seiner dementen Großeltern gesammelt und weiß als Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes auch um die Probleme von Familien mit pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen. Er ist hoch motiviert für seinen neuen Job als Pflegedienstchef. Andrea Rohloff hat vorher viele Jahre in einem Berliner Pflegeheim gearbeitet und sieht in Angermünde nun die Chance, etwas ganz Neues mit eigenen Ideen zu gestalten.

Mehr Geld und mehr Leistungen für die Pflege erhöht auch den Bedarf an qualifizierten Pflegediensten. „Durch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen haben wir endlich die Möglichkeit, stärker auf den Menschen zu gucken, statt auf die Uhr, haben mehr Zeit zum Spazierengehen, für Einkäufe oder die wichtige Biografiearbeit“, sagt Andrea Rohloff. Zunächst wurden bereits drei weitere examinierte Pflegefachkräfte eingestellt. Ein Großteil der Pflegebedürftigen sind Senioren. Doch die GfG Pflege legt auch Wert auf speziell ausgebildete Kinderpflege, für die es durchaus Bedarf gibt, etwa um pflegende Eltern zu entlasten oder Urlaubsbetreuung anzubieten. Auch kurzzeitige Pflegeleistungen sind möglich.

Langfristig ist zudem geplant, Wohngruppen für jüngere Erwachsene aufzubauen. „Wir hatten beispielsweise eine 50-Jährige mit halbwüchsigen Kindern, die nach einem Schlaganfall in ein Pflegeheim unter 90-Jährigen, teils dementen Menschen leben musste. Dafür wollen wir Alternativen schaffen“, sagt Andrea Rohloff.

Artikel in der Märkischen Oderzeitung am 7. März 2015